Claudia R Picht, Wünsche

Die Fahnenarbeit bezieht sich auf den tibetischen Brauch der Gebetsfahnen. Sie stellt eine Transformation dieses Rituals in westliche Werte dar. Die äußere Form bleibt unverändert, nur zeigen die Aufdrucke der ehemaligen Baumwolltaschen keine buddhistischen Symbole sondern Marken der hiesigen Konsumwelt. Die Embleme von Obi, dm oder Rewe führen uns ebenso unsere Götzen vor wie die von Apotheken, Banken oder Versicherungen. An windiger Stelle platziert, hinterfragen die Fahnen Macht und Größe der (Be -) Herrschenden. Dem gegenüber gestellt sind handschriftlich beschriebene Fahnen mit (letzten) Wünschen nicht materieller Art. Zu Konzept und Aussage gehört das Überlassen der Arbeit an die Natur. Wind und Wetter werden im Laufe der Zeit Faden um Faden der Stoffe abtragen, bis diese vollständig aufgelöst sind.

http://www.claudiarpicht.de